Xiang Stickerei aus der Provinz Hunan hat sich ueber die Jahrhunderte hinweg zu einer hochangesehenen Volkskunst entwickelt. Alte Methoden der Hunan Stickerei verbinden sich mit anderen weit verbreiteten Techniken, so dass daraus ein moderner Stickstil entanden ist.
Hunan Stickerei wird auf transparenter Chiffon-Seide angefertigt und ist bekannt fuer die herrlichen Farbkontraste. Die verwendeten Materialien sind reine Seide, schwerer Satin, weicher Satin, Baumwollfaeden und Nylon. Fuer die Herstellung werden die Seidenfaeden zunaechst gefaerbt und dann in mit Nusshaelsen versehenem Wasser eingeweicht. Durch das Oel in diesen Nuessen werden die Faeden weicher und sind leichter zu verarbeiten. Faeden verschiedener Farbnuancen werden miteinander verwebt, wodurch sich eine stufenweise Veraenderung der Farbe ergibt. Das fertige Design kann bis zu sechzehn Farbtoene enthalten. Eine Besonderheit der Xiang Stickerei ist die eher zufaellige und ungleichmaessige Machart und das bedeutet, das viele Farbtoene und Texturen zusammengemischt sind. Dicke Knoten, grobe Struktur und kleine Stiche bilden dreidimensionale Muster und manchmal werden noch weitere verzierende Details hinzugefuegt, die in vielen anderen Stilen nicht zu finden sind. Es gibt zweiundsiebzig Sticharten und nahezu zweihundert verschiedene Farbtoene. Sie bilden die Grundlage zur Schaffung der aufwendigen und ehrwuerdigen Kunstwerke.
In der Regel ist die Chiffon-Seide beidseitig und mit verschiedenen Mustern bestickt. Diese Technik wurde auch von anderen Stilrichtungen uebernommen, wobei diese jedoch nicht die gleiche Qualitaet oder Details wie die doppelseitige Xiang Stickerei aufweisen.
Die vorherrschenden Motive sind Tiger und Loewen, aber auch Landschaften, Voegel, Szenerien und Personen sind sehr beliebt. Xiang Stickerei orientiert sich ausserdem an anderen Kunstformen, wie Kalligraphie und Malerei.
Hervorgegangen ist sie aus den volkstuemlichen Stickereien in der Provinz Hunan nahe der Stadt Changsa. Bei den Ausgrabungen der Han-Graeber von Mawangdui bei Changsa wurden viele erlesene Stickarbeiten gefunden, die in Technik und Design den modernen Xiang Stickereien aehneln. Andere Stuecke wurden in den Chu-Graebern aus der Zeit der streitenden Reiche (475-221 v. Chr.) entdeckt. Man geht davon aus, dass Xiang Stickerei erstmals im dritten Jahrhundert im Koenigreich Chu angefertigt wurde.
Xiang Stickerei wie wir sie heute kennen, entwickelte sich in der spaeten Qing Dynastie (1644-1912) und verbindet traditionelle Methoden mit neuen Techniken. Auch Techniken anderer Stickschulen wurden uebernommen, insbesondere die der Yue Stickerei aus der Provinz Guangdong und der Suzhou-Stickerei.
Hu´nan Stickerei erreichte ihren Hoehepunkt Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts und wurde in China und im Ausland als hochentwickelte Kunstform anerkannt. Auf der Weltmesse in Turin im Jahr 1912 wurden Xiang Stickereien mit der hoechsten Auszeichnung geehrt und ernteten 1933 auf der Weltausstellung in Chigago ebenso hohes Lob.
Das Hunan-Stickerei Forschungsinstitut widmet sich dem Erhalt und der Pflege der traditionsreichen Xiang Stickerei und auch die Gruendung des “Chian Huan-Stickereimuseums” geht auf das Institut zurück. Das Museum wird von drei grossen nationalen Meistern der Xiang Stickerei geleitet, die einige der schoensten und weltweit bekanntesten Werke der Stickkunst hergestellt haben. Es gibt drei Ausstellungshallen mit historischen Textilien in Verbindung mit der Entwicklungsgeschichte der Xiang Stickerei. Zur Zeit werden mehr als sechstausend handgearbeitete Stuecke dort ausgestellt.
Xiang Stickerei ist beruehmt für die Brillanz der Bilder, verbunden mit hochentwickelter Handwerkskunst und lebendiger Textur. Althergebrachte traditionelle Methoden werden mit den Techniken anderer beruehmter chinesischer Stickereistile verknuepft. Xiang Stickerei geniesst in China eine hohe Wertschaetzung und den Beifall der restlichen Welt für Qualitaet und wirklichkeitsgetreue Darstellung.
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