Ein Projekt, zum Schutz von chinesischer Volkskunst und Kunsthandarbeiten
 
 
Kuenstlerische Faecher aus Suzhou
 


Schon seit Jahrhunderten zaehlen Suzhou-Faecher zum chinesischem Erbe und Kulturgut. Zusammen mit Hangzhou in der Provinz Zhejing, gehoert Suzhou zu den wichtigsten Produktionsstaetten von chinesischen Faechern.

Die bekanntesten und am meist verwendeten Faecher sind die Faltfaecher, die Palastfaecher aus Seide und Sandelholz-Faecher.

Den Faltfaecher gibt es in zwei Varianten. Er kann entweder aus vielen duennen Holzlamellen bestehen, die durch Faeden und Draehte zusammengehalten werden oder aus zarten Reispapier und Baumwolle. Verwendet werden aromatische Hoelzer wie Palisander oder Sandelholz und durch den Duft kann der Kuenstler die Qualitaet des Holzes bestimmen. Faltfaecher koennen von Hand bemalt sein, einseitig oder doppelseitig bestickt oder gefaerbt.

Sandelholz-Faecher sind mit zickzackfoermigen Stahlfaeden versehen, die sich ueber den Faecherbogen spannen. Der Begriff "Eiserne Blumen" wird fuer die Bilder verwendet, die mit einem Eisen-Stift auf das Holz gezeichnet werden. Die obere Haelfte des Faechers wird “Blumenzeichnung” genannt. Der belebende und aromatische Duft des Sandelholzes kommt bei jeder Faecherbewegung zum Vorschein.

Palastfaecher werden als besonders erlesen angesehen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Suzhou-Faechern werden sie nicht gefaltet und besitzen einen langen Griff. Zur Zeit der Song Dynastie (960-1279) wurden sie zunaechst nur fuer den kaiserlichen Palast hergestellt und erreichten grosse Popularitaet in der Ming Dynastie (1368-1644). Der Griff wird aus Bambus, Tierknochen, Elfenbein oder edlen Hoelzern angefertigt und kann rund, sechseckig oder viereckig sein.

Die hoelzernen Griffe und Lamellen sind ueberwiegend mit gitterartigen Mustern versehen. Auf die Seide oder das Reispapier werden Landschaftsmotive, Blumen oder gluecksverheissende Symbole gemalt.

Alle Faecher werden durch die gleichen Verfahrenstechniken hergestellt. Man verwendet einzelne Holzblaetter um daraus das Grundgeruest zu formen. Mit einem speziellen Gravurwerkzeug werden die Gittermuster in den Faecherrahmen geschnitzt und mit einem Loetkolben aehnlichen Instrument brennt man weitere Verzierungen in das Holz hinein. Hierbei wird die Spitze direkt in das Holz hineingedrueckt, so dass dunkle Linien und Schattierungen entstehen. Bei Faechern aus Reispapier wird die Oberflaeche durch Malereien oder kalligraphische Arbeiten verziert.

Waehrend der Song Dynastie (960-1279) gelangten die Faecher erstmals nach Suzhou. Sie waren aus Bambuslamellen und Seide und durften nur von den Frauen der oberen Gesellschaftschichten benutzt werden, da sie Wohlstand und Rang symbolisierten. Auch die Gelehrten zeigten sich bald gerne damit, denn dadurch konnten sie die Anmut der Denker und Dichter demonstrieren, wenn sie in Gedanken versunken da sassen oder sich der Poesie widmeten. Waehrend der Yuan (1279-1368) und Ming (1368-1644) Dynastien wurde Suzhou zum wichtigsten Produktionszentrum von Faechern. In der Qing Dynastie wurden sie in der kaiserlichen Familie verwendet (1644-1912) und oft an Adlige oder auslaendische Gaeste als Geschenk ueberreicht. Es war auch ueblich, dass man sich untereinander Faecher mit gluecksverheissenden Botschaften schenkte.

Heutzutage werden die handgefertigten Faecher durch maschinelle Massenproduktionen  ersetzt, jedoch sind beide nicht vergleichbar. Die traditionell hergestellten Suzhou-Faecher sind grazil und dennoch dauerhaft. Sie sind gekennzeichnet durch ein authentisches und elegantes Design, das in der ganzen Welt bewundert wird. Suzhou-F?cher gehoeren zum immateriellen Kulturerbe Chinas und werden auch weiterhin eine hochgeschaetzte Volkskunst bleiben.

 
 
   
 

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