Ein Projekt, zum Schutz von chinesischer Volkskunst und Kunsthandarbeiten
 
 
Chengni Tuschestein
 


Kalligrahpie - Tuschesteine zaehlen zu den “Vier Schaetzen des Lernens” und stellen fuer sich alleine genommen schon ein Kunstwerk dar. Verwendet werden sie zum Zerreiben der Tinte und sind zudem von erlesener und magischer Beschaffenheit. Von vielen wird der Stein daher nicht nur zum Zweck der Tintenherstellung gekauft, sondern ist Teil persoenlicher Kunstsammlungen.

Der Chengni Tuschestein wird in China als besonders hochwertig angesehen. Hergestellt wird er aus dem Schlick des Gelben Flusses in der westlichen Provinz Henan, wobei zunaechst der Schlamm gefiltert, danach mit Bindemittel versehen und zum Schluss getrocknet wird. Vor dem Brennen im Ofen wird der Stein zusaetzlich mit kunstvoll gestalteten Schnitzereien verziert. Die verschiedenen Farbvariationen des Chengni Tintensteines sind zurückzufuehren auf die Dauer der Brennzeit und die unterschiedlichen Brennmethoden. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Stein, der sich nicht nur zur Herstellung hervorragender Tinte eignet, sondern auch ein beliebtes Dekorationsstueck darstellt.

Jahrhundertelang wurde der Chengni Tuschestein von asiatischen Gelehrten hoch geschaetzt, jedoch ist die genaue Herkunft nicht bekannt. Man glaubt, dass er urspruenglich entweder aus der Provinz Shaanxi, He′nan oder Shangdong stammt. Einen hohen Stellenwert besass er waehrend der Tang – Dynastie (618-907) und wurde hauptsaechlich in Xinjiang, der Provinz Shannxi hergestellt. Viele Kaeufer kamen aus anderen Teilen und Provinzen des Landes. Sehr oft wurde er auch an Adlige und Mitglieder des Koenigshauses als Tribut oder Geschenk uebergeben. Leider verlor die Kunst der Kalligraphie in der Qing – Dynastie (1644-1912) zunehmend an Popularitaet und somit wurde auch dem Tintenstein immer weniger Wert beigemessen.

Heutzutage unterliegt der Chengni Tintenstein mehr sentimentalen Werten und ist als Kunstobjekte sehr begehrt. Jedoch wird es zunehmend schwieriger echte Chengni Tintensteine kaeuflich zu erwerben, da die fuer die Herstellung notwendigen Rohstoffe immer schwerer zu beschaffen sind. Hinzu kommt, dass immer weniger Menschen dieses alte Handwerk ausueben und das notwendige Koennen besitzen.

Der Chengni Reibstein ist der perfekte Steinmoerser um die fuer die Tinte erforderliche Konsistenz herzustellen. Seine flache Oberflaeche ist weder zu heiss noch zu kalt und diese Ausgewogenheit schafft gleichbleibende Bedingungen für dickfluessige Tinte. So trocknet die Tinte im Sommer nicht ein und im Winter gefriert sie nicht. Die ausdrucksstarken Schnitzereien der Tintensteine sind immer wieder Quelle der Inspiration fuer Kalligraphen und deren kuenstlerische Arbeiten. Man sagt, dass jeder Chengni Tintenstein die inneren Wesenszuege seines frueheren Kalligraphen besitzt. Dieser Glaube verstaerkt den traditionellen Wert der Reibsteine, was wiederum zu einer hohen Nachfrage fuehrt.

Die tiefe kulturelle Bedeutung der Tuschereibsteine ist verwurzelt im chinesischen Erbe. Sie gelten als Seele der Gelehrten-Bibliothek und sind eine oft unterschaetzte Kunstform. Chengni Tintensteine gehoeren zum nationalen Kulturgut und sie verleihen jeder Kunstsammlung oder aber auch dem eigenen Zuhause eine spirituelle Note und lassen das Bewusstsein um das kulturelle Erbe mit einfliessen.

 
 
   
 

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